Am Freitag, den 28.11.2025 machten sich einige (10) Tree-Athletes auf den Weg nach Witzenhausen …
Die Anreise per Auto war etwas zäh, da doch relativ viel los war auf den Straßen, im Dauerregen über die Autobahn ist nicht immer ideal.
Witzenhausen eine Kleinstadt mit Charme, östlich von Kassel und südlich von Göttingen gelegen, durchzogen von der Werra, inmitten einer ländlichen Gegend. Überregional bekannt als bedeutendes Anbaugebiet für Kirschen und seine eigene Universität für ökologische Landwirtschaft. Dahingehend der perfekte Ort für ein nachhaltiges Waldgarten-Projekt. Die Uni Witzenhausen gehört der Universität Kassel an, Alleinstellungsmerkmal in Witzenhausen ist, dass sie sich deutschlandweit als Einzige vollständig der ökologischen Landwirtschaft widmet – Chapeau!
Witzenhausen gelegen im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis hat ca. 15.000 Einwohner, eine kleine, aber schöne Altstadt und dementsprechend auch einen gemütlichen Weihnachtsmarkt, den manche von uns Tree-Athletes auch kurz besuchen konnten.
Das Flair der Ökologischen Landwirtschaft wird hier tatsächlich gelebt, sogar ein Veranstaltungsort für Konzerte und Festlichkeiten nennt sich passend „Biotop“, was manch einen von uns zum Schmunzeln brachte. 

Am späten Nachmittag, es war schon dunkel, haben wir uns nach und nach im „Bürohaus“, mitten in Witzenhausen, direkt neben dem Weihnachtsmarkt zusammengefunden. Herzlich begrüßt wurden wir von Katharina, Head of …, die Hüterin der Fläche, auf der die Bepflanzung stattfinden soll, Ulli, die uns über das ganze Wochenende mit veganen Köstlichkeiten versorgen sollte und Rosanna, die uns alle über die nächste zwei Tage unterstützen sollte.
Los ging es mit einer kurzen Führung im „Bürohaus“, damit wir uns alle zurechtfinden und einen Schlafplatz sichern konnten.
Warmer Tee, Gemüse schnippeln und Kochen fürs Abendessen standen auf dem Plan. Wir wurden mit einer leckeren Gemüsesuppe, Brot und Salat versorgt, ich denke, am Ende waren wir mehr als satt!
Als Tristan von Treibwerk eingetroffen ist, konnte er sich auch noch kurz stärken, bevor es mit dem ersten offiziellen Teil los ging: kurze Vorstellungsrunde aller Beteiligten, von uns Tree-Athletes waren bereits Jette, Christian, Thomas, Matthias, Felix, Jakob und Pierre zu Tisch, Lothar kam mit etwas Verspätung nach. Katharina sagte ein paar Worte zum Projekt und ihrer Leidenschaft daran, sichtlich gerührt und dankbar für die Umsetzung ihres Traums.
Im zweiten Schritt präsentierte Tristan uns die lange vorbereiteten Pläne, schnell wurde klar, das hier ist ein komplexes Projekt! Hier muss jeder die nächsten zwei Tage ordentlich mit anpacken, sonst wird das eine enge Kiste.
Geplant waren insgesamt:
48 Bäume, darunter: Apfel, Mandel, Walnuss, Quitte, Pfirsich, Pflaume, Mirabelle, Kaki, Feige, Aprikosen, Esskastanie und sogar eine Süß-Eiche dazu noch 44 größere Fruchtsträucher (Felsenbirne, Haselnuss, Kornelkirsche, Maulbeere). Außerdem 76 Beerensträucher (Johannisbeeren, Stachelbeeren, Maibeeren, Himbeeren) und 15 Rankpflanzen (Weinstöcke).
Leider waren die Kirschen nicht verfügbar und können erst im März 2026 nachgeliefert werden, außerdem war noch offen, ob am Samstag eine bereits verspätete Lieferung an Pfählen zur Stabilisierung mancher Bäume eintreffen würden, dazu später mehr …
Nach der Theorie ging es auch dann zeitnah ins Bett, Kraft tanken für die bevorstehende Bepflanzung.

Samstag 29.11.2025
Nach einer erholsamen Nachtruhe startete der Samstag für uns gegen 6:30 Uhr mit einem dampfenden Kaffee oder Tee und einem reichhaltigen sowie nachhaltigen Frühstück. Ernährung ist ja bekanntlich eine unserer drei Säulen und ein reichhaltiges Müsli mit vielen Nüssen und Früchten, herzhaftem Brot sowie schmackhaften veganen Aufstrichen versorgte uns mit der nötigen Kraft für einen aktiven Pflanztag. 
Anschließend fuhren wir gegen 8 Uhr auf die Pflanzfläche: ein ca. 4000 m² großes Naturareal auf leichtem Hang eines kleinen Berges, sodass wir auf Witzenhausen und die wunderschöne hügelige Landschaft Nordhessens schauen konnten. Wie in der ganzen Region, gibt es auch auf der Fläche von “Hüterin Katharina” viele Kirschbäume. Im Zuge von veränderten Anbaubedingungen ist es nun das Ziel, die Fläche zukünftig stärker als sozialökologischen Lern- und Begegnungsraum zu nutzen, um mit wald- und naturpädagogischen Angeboten Kindern und Familien einen Zugang zur Natur zu ermöglichen. Die Rahmenbedingungen sind schon schön: eine Feuerstelle, eine Hütte, ein Schuppen mit vielen Geräten sowie ein Mix aus Bäumen und Sträuchern, den wir durch unsere gemeinsame Pflanzung noch einmal aufwerten durften. 

Team-Tree-Athlete wurde am Samstag noch ergänzt durch Max und Nachwuchs-Tree-Athlete Otto. Dazu kamen noch über 10 Personen aus Witzenhausen und Umgebung, die immer wieder ihren Dank und ihre Bewunderung für unseren Tree-Athlete-Einsatz gezeigt haben: “Stark, ihr zieht echt durch! Mann, habt ihr Power!” Dazu mischte sich in mehreren Gesprächen auch Neugierde über uns und unsere Werte, sodass es uns die Chance gab, in kurzen Gesprächen immer wieder über unsere Werte Sport und Bewegung, gesunde Ernährung und ökologisches Engagement sprechen zu können. 

Nach einer spannenden Geschichte am Lagerfeuer über die Entstehung des Feuers durch den Göttinger Waldpädagogen Torsten waren wir dankbar unter der Anleitung von Tristan von Triebwerk eine kleine Einführung zu erhalten, wie wir die Sträucher und Bäume fachgerecht pflanzen können. Endlich konnten wir aktiv werden! Die Vorbereitung war richtig gut: 48 Bäume und insgesamt 120 Sträucher, ca. 20 Kubikmeter Mulch, Wassereimer, eine kleine elektrische “Bohrmaschine”, Schubkarren, Schaufel und Spaten, sowie die legendären “Stinkies”: kleine stinkende nussgroße Gegenstände, die auf natürliche Weise einen unangenehmen Duft verbreiten, sodass Kleintiere wie Feldmäuse die frischen und leckeren Bäume und Sträucher in Ruhe lassen. Gerüchten zufolge sollten wir diese “Stinkies” eigenmündisch ablecken, damit wir damit ihre vollständige Wirkung aktivieren würden. Diese augenzwinkernde Fake-News-Info wurde jedoch nicht von uns beherzigt und sorgte für lustiges Kopfkino. 

Es war schon beeindruckend zu sehen, wie es uns gelang, immer mehr Routine und Geschwindigkeit in unsere Abläufe zu bekommen, sodass wir als Gruppe schon viel umsetzen konnten. Unterbrochen wurden unsere fleißigen Arbeitsphasen mit kleinen Pausen: Tee und Kaffee, Nüsse, eine leckere warme Suppe, Kuchen zum Nachtisch, romantisch am lodernden Lagerfeuer genossen. Arbeiten und genießen an einem Tag. 

Wir arbeiteten nachmittags bis zum Anbruch der Dunkelheit, die “Einheimischen” blieben noch bis abends am Lagerfeuer, feierten die Gemeinschaft mit Liedern, warmen Getränken und leckeren Speisen. Wir fuhren zurück in unser “Bürohaus”, wo wir eine warme Dusche sowie leckere Nudeln mit Soße sowie einen reichhaltigen Salat genießen konnten. Für Otto war nach einem Tag Pflanzen der Besuch des Weihnachtsmarkts eine große Belohnung, für uns war ein gemeinsames Bierchen im Gemeinschaftsraum eine gute Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. 

Wir ließen den Tag Revue passieren, besprachen die schon geleisteten Aufgaben sowie die noch anfallenden Schritte für den nächsten Tag, kamen ins Gespräch über unsere Wettkampferfahrungen 2025 sowie unsere Ziele und Pläne 2026. Felix zog sich abends noch die Turnschuhe an und drehte noch motiviert eine nächtliche Laufrunde. Müde, aber glücklich schliefen wir gut ein. 

Sonntag 30.11.2025
Da am Samstag doch das meiste abgearbeitet wurde, konnten wir es etwas ruhiger angehen lassen. Frühstück gab es um 8 Uhr, wieder reich an Brot, Aufstrichen, Obst, Müsli, Kaffee und Tee, alles, was das vegane Herz begehrt. Thomas musste uns leider frühzeitig verlassen, da er sich etwas erkältet hatte. Lothar, Jette uns Christian haben sich Samstagabend schon verabschiedet, also war unsere Mannschaft etwas dezimiert, dafür die Motivation um so größer, die restlichen Arbeiten noch bis zum Mittag zu erledigen.
Um kurz vor 9 Uhr sind wir dann Richtung Fläche aufgebrochen, Felix, Jakob, Max, Otto, Matthias und Pierre waren noch an Bord. Von unseren Freunden aus Witzenhausen war Katharina, Ulli, Torsten (der Feuermeister) und Tristan kurzzeitig noch vor Ort. Leider hatten wir am Sonntag nicht so viel Glück mit dem Wetter, es war zwar mild, aber es hat die meiste Zeit geregnet. Die Nacharbeiten waren eher unspektakulär, Mulch verteilen, Pfähle setzen und versetzen, Bissschutz fixieren und Bäume anbinden. Um ca. 12 Uhr nach getaner Arbeit, alle Stolz auf das Ergebnis, gab es noch ein leckeres Abschlussmahl, zubereitet, wie immer, von Ulli. Nachdem jeder seine positiven Erfahrungen des Wochenendes geteilt hat, ging es nass und müde zurück ins „Bürohaus“. Max und Otto verabschiedeten sich bereits an der Fläche und machten sich auf die Heimreise. Zurück im „Bürohaus“ war packen, duschen und frisch machen angesagt, um 14 Uhr hatten wir restlichen vier noch eine Exkursion ins Tropengewächshaus unternommen. Im Tropengewächshaus wird man teilweise überwältig, wie groß und welche Umfänge so manch Pflanze hat. Auf 1.200 m² wachsen etwa 480 Arten tropischer und subtropischer Pflanzen. So mancher Fakt lässt staunen: Ein Strunk Bananen kann bis zu 25 kg wiegen. Die Antwort auf DIE FRAGE (Warum ist die Banane krumm?): Weil die Früchte der Sonne entgegen wachsen. Es gibt mehr als 100.000 verschieden Reissorten. Vanille ist eines der beliebtesten und teuersten Gewürz, da der Ernteaufwand extrem groß ist: Ernten, Blanchieren, in Decken Schwitzen, enzymatische Reaktion, Trocknen und Reifen, erst jetzt entfaltet sich das Aroma und der Geschmack, alles Handarbeit. Auch erwähnenswert, die meisten Menschen kennen den Unterschied zwischen der eigentlichen Frucht, wie sie geerntet wird und so wie sie im Supermarkt verkauft werden nicht. Selbst uns hat es überrascht, wie z.B. die Früchte von Kaffee und Kakao aussehen. Auch auf die teilweise sehr problematischen Bedingungen in den Anbauländern wird immer wieder hingewiesen.
Alles in Allem ein sehr schönes und erfolgreiches Wochenende. Wir alle sind stolz auf die getane Arbeit und gespannt, wie sich die Fläche in den nächsten Jahren entwickelt.
Vielen Dank an Katharina, Tristan und die vielen Unterstützerinnen, es hat Spaß und Freude gemacht euch bei diesem Projekt zu unterstützen!

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